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FazendaPost Mai 2018

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Geschätzte Leserinnen und Leser

Es freut uns, dass Sie sich für unsere ‚Fazenda da Esperança‘ interessieren und unseren Rundbrief lesen. Diesmal möchten wir Ihnen einfach etwas aus unserem Alltag berichten.

Ein langer, kalter Winter
Es gab immer wieder viel Schnee im weitläufigen Klosterbereich zu räumen. Die steile, oftmals vereiste Zufahrtsstrasse musste geräumt, gekiest oder gesalzen werden. Doch die frische Winterluft tat gut und die Muskeln wurden durch diese Umstände auch ausserhalb unseres Fitnessraumes trainiert. Wenn es um die Räumung der grossen Plätze ging, waren wir allerdings sehr froh um die Schneeschleuder, die wir im Herbst angeschafft hatten.

Jeden Morgen beheizte einer von uns den riesigen, vierhundert Jahre alten Kachelofen im Refektorium, sodass wir bei den Mahlzeiten im Klosterspeisesaal eine wohlige Wärme geniessen konnten.

Ein anderer hatte täglich die Holzheizung im sog. Pachthaus, wo wir wohnen, zu bestücken.

Dies wiederum erforderte tagelange Einsätze zur Bereitstellung des Brennholzes, welches uns aus dem Klosterwald zur Verfügung gestellt wird. Im Januar wurden grosse Ladungen von frisch gefällten Holzstämmen herbeigeführt. Diese haben wir in den vergangenen Wochen zugesägt, gespalten und in langen Stapeln aufgeschichtet. An der Luft und an der Sonne sollen sie dort während zwei Jahren lagern und trocknen. Auch für diese Arbeit dienen uns zwei Anschaffungen: eine Fräse und eine gute Spaltmaschine.

Die Ergebnisse ihres Einsatzes zu sehen und zu spüren, tut den Arbeitenden gut. Es bewirkt nicht nur einen gesunden Schlaf, sondern dient auch der ‘Rekuperation’, d.h. der Rückgewinnung der körperlichen und seelischen Gesundheit. Und es mindert zudem unsere Energiekosten! Denn die Rechnungen, welche wir für die Gas- und Pelletheizung im Kirchen- und Klostertrakt bezahlen müssen, fallen sehr hoch aus.

Natürlich waren wir während der Winterzeit auch auf Beschäftigungen ‘unter Dach’ angewiesen. Eine ganze Serie von verwitterten Fensterläden konnten wir im geheizten Werkstattraum abschleifen, grundieren und neu bemalen. Eine Abstellkammer haben wir zu einer Notschlafstelle ausgebaut. Wir nennen sie jetzt ‘Franziskuszimmer’.

Von der Kochkunst unserer freiwilligen Helferinnen, welche an drei Wochentagen ein feines Menu hinzaubern, können auch unsere Rekuperanten lernen. Einfallsreichtum ist gefragt, um die Lebensmitteln, die uns die Schweizer-Tafel wöchentlich bringt, geschickt zu verwerten. Am Mittagstisch sitzen in der Regel 10-12 Personen.

Jakobspilger treffen zur Winterzeit kaum bei uns ein. Hingegen verbringen oft Gruppen von Jugendlichen (z.B. Firmlinge oder Konfirmanden) und Erwachsenen einzelne Tage oder Wochenenden bei uns. Sehr gefragt ist – nebst Verpflegung und Unterbringung – die Begegnung mit unserer Gemeinschaft. Erfahrungsberichte von Rekuperanten stossen auf grosses Interesse und vermitteln den jungen Menschen Hoffnung. Fazenda da Esperança – Hof der Hoffnung. Dass es für uns stets viel vorzubereiten, zu putzen und zu waschen gibt, versteht sich von selbst. Deswegen ist die tägliche Erholung und sportliche Betätigung wichtig. Sie fördert – nebst der Zusammenarbeit – unser gemeinschaftliches Leben. Ein Besuch im Hallenbad, eine Schneewanderung, ein Schlittelnachmittag, ein Ausflug, eine Besichtigung, eine Einladung, usw. sind willkommene Abwechslungen. Weil einer von uns – seit 12 Jahren in der Schweiz lebend – aus Polen stammt, sind wir nach Ostern mit unserem Kleinbus nach Nysa in Polen gefahren. Dort ist am Weissen Sonntag die 133ste Fazenda eröffnet worden, eine Männerfazenda. Das Land, die Gastfreundschaft, der Einblick in das ehemalige KZ Auschwitz, die Mithilfe bei den letzten Reinigungsarbeiten, usw. Ein unvergessliches Erlebnis.

Arbeit und Gemeinschaft und Spiritualität sind die drei entscheidenden Komponenten für eine gute Entwicklung des Menschen. Mit Spiritualität ist der Geist gemeint, mit dem wir unser Leben zu gestalten suchen. Diesen Geist schöpfen wir aus der christlichen Quelle der Bibel. «Meine Worte sind Geist und Leben», sagt Jesus. Deshalb treffen wir uns jeden Morgen nach dem Frühstück zum gemeinsamen Gebet und entnehmen aus der Schriftlesung einen Impuls für den Tag. Zur Zeit nimmt auch ein buddhistische Mitbewohner mit Interesse daran teil und lässt sich davon inspirieren.

Der Frühling zieht ein
Rund ums Kloster hat alles zu blühen begonnen, eine ‘Auferstehung’ der Natur! Im Hühnerstall sitzt die Bruthenne auf den befruchteten Eiern und vierwöchige, quicklebendige Kaninchen tummeln sich im neuen Gehege. Der grosse Klosterbrunnen ist zu einem Aquarium von Goldfischen geworden.

 

Unsere Gemeinschaft wächst
Unserer Fazenda ‘spricht sich herum’ und wird bekannter. Es kommen immer mehr Anfragen von Menschen vorwiegend aus der Schweiz – viele von ihnen mit einer schweren Suchtabhängigkeit -, welche ihrem Leben eine Wende geben möchten. Nicht alle, die nach einem ersten Besuch sagen: «Ich komme.», treffen auch wirklich ein. Doch unser Wohnhaus füllt sich zunehmend. Vor kurzem sind zwei neue Rekuperanten eingetreten und zwei weitere Eintritte sind vorgesehen.

Eine kleine Statistik
Am kommenden Hoffest, am Sonntag 3. Juni, dürfen wir bereits auf 6 Jahre Fazenda im Klösterli zurückblicken. In dieser Zeitspanne sind über fünfzig Männer ein Stück ihres Weges mit uns gegangen. Wenn auch nicht alle ihr ganzes Jahr vollendet haben, so hat doch jeder eine Portion Liebe erfahren und gegeben. Jeder konnte einen grösseren oder kleineren Funken Hoffnung mitnehmen. Es freut uns sehr, wenn wir sehen, dass jemand sich nicht nur ‘draussen’ bewährt, sondern positiv als Hoffnungsträger in sein Umfeld hineinwirkt. Einer von ihnen ist Thomas Strahm. Er hat durch die Rekuperation seinem Leben eine ganz neue Ausrichtung gegeben und die verlorene Gesundheit zurückgewonnen. In der Zwischenzeit hat ihn die benachbarte Kirchgemeinde Ricken als Sakristan im Teilamt angestellt. Den andern Teil seiner Zeit und Erfahrung setzt er auf unserer Fazenda ein, wo er sich u.a. in die administrative Arbeit von Thomas Huber einarbeitet. Dieser gedenkt, in absehbarer Zeit in eine neue, seiner beruflichen Weiterbildung im Treuhandbereich entsprechende Herausforderung einzusteigen.

Wie geht es uns finanziell?
Diese Frage stellen wir uns oftmals, wenn grosse und kleine Rechnungen zu bezahlen sind. Allein schon die Energiekosten für die grosse Anlage können einen zusammenzucken lassen. Dazu kommen der Lebensmittelaufwand, die Materialkosten und die Auslagen für reparaturbedürftige Geräte oder für Neuanschaffungen. Obwohl wir zum überwiegenden Teil auf freiwilligen, d.h. unentgeltlichen Einsatz zählen können, fallen doch auch Lohnkosten an für die professionell geführte Verwaltung und für den technisch anfordernden und vielseitigen Hauswartdienst. Zwar brauchen wir keine direkte Miete zu entrichten, doch indirekt ist der Unterhalt der weitläufigen Klosteranlage und der Materialaufwand arbeits- und kostenmässig recht aufwändig. Wer ein Eigenheim besitzt, versteht das.
Wir achten sorgfältig und vorausschauend darauf, dass wir nicht in die ‘roten Zahlen’ geraten. Nebst dem Ertrag unserer täglichen Arbeit, nebst unserem sparsamen Haushalten, ist es vorallem die Unterstützung durch Spenden, Kollekten und Institutionen, die dies ermöglichen. Wir erfahren immer wieder auf vielfache Weise, dass uns gehofen wird, wenn wir unseren Teil tun, auf Gottes Vorsehung vertrauen und dem Geist der Nächstenliebe folgen.
Unsere Vereinsmitglieder bekommen mit dieser ‘FazendaPost’ zusammen mit der Einladung zur Hauptversammlung am Sonntag, 24. Juni, auch eine kurz gefasste Jahresrechnung. Wer versehentlich keine bekommt oder eine haben möchte, kann eine solche bei uns anfordern.

Das bevorstehende Hoffest
Am Sonntag, 3. Juni, feiern wir unser 6. Hoffest im Kloster Wattwil. Wir laden Sie herzlich dazu ein.
Während wir in den verangenen Jahren das Hoffest mit einem Gottesdienst beschlossen, ist dieser heuer auf den Vormittag angesetzt. Unsere Gäste haben die Möglichkeit, um 10 Uhr an unserer sonntäglichen Eucharistiefeier teilzunehmen. Während sie anschliessend bei einem kleinen Apéro verweilen können, stellen wir unterdessen die Buffets bereit und heizen den Grill ein.
Unsere ‘Festwirtschaft’ steht den ganzen Tag offen. Sie können sich mit einem Fitnessteller verköstigen und für das süsse Wohl ist am Dessertbüffet gesorgt.

Ablauf & Angebote:
10:00 Gelegenheit zur Eucharisitiefeier. Anschliessend kleiner Apéro – Klosterkirche
11:00 Verpflegungsbeginn. Fleisch ab Grill, Salat- und Dessertbuffet
12:30 Führung durch das 400-jährige Kloster – Pforte
13:30 ‘Aus unserm Leben’ – Schwesternchor
14:30 Führung durch das 400-jährige Kloster – Pforte
15:00 Führung durch das 400-jährige Kloster – Pforte
15:00 ‘Aus unserm Leben’  – Schwesternchor
16:30 Beginn der Aufräumarbeiten

Ein grosses Danke
Es ist uns ein tiefes Bedürfnis, den Vielen, die uns unterstützen durch Rat und Tat, materiell und geistlich, von Herzen zu danken. Sie sind für uns die konkrete ‘Vorsehung’ des himmlischen Vaters, ohne die wir nicht existieren könnten. In unseren Gebeten bitten wir Gott, sie alle, die uns auf irgendeine Weise beistehen, zu segnen und alle im Guten zu bestärken.
Alle Spenden und der Mitgliederbeitrag (voraussichtlich auch 2018 bei Fr. 50.-) an den Förderverein können in der ganzen Schweiz als freiwillige Zuwendungen von den Steuern abgezogen werden. Für alle einbezahlten Beträge stellen wir Ihnen jeweils eine Spendenbestätigung zu.

Mitglieder- und Spendenkonto:
Förderverein Fazenda da Esperança CH, Klösterli, 9630 Wattwil
Konto: 90-2722-7
IBAN: CH80 8131 7000 0051 3788 2
BIC: RAIFCH22
Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg, 9630 Wattwil

 

Es ist besser ein kleines Licht zu entzünden, als …

„Es ist besser ein kleines Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen.“

Geschätzte Leserinnen und Leser

Viele kennen diesen Spruch, der besonders in der dunklen Jahreszeit gerne zitiert wird. Er soll vom asiatischen Philosophen Konfuzius stammen.

Fünfhundert Jahre später wird in Bethlehem Christus geboren. Er sagt als junger Mann von sich: „Ich bin das Licht der Welt.“ (Joh 8,12) Als das ‚wahre Licht’ entzündet er in seinen Jüngern ein ‚Feuer der Liebe’ und bezeichnet sie deshalb ebenfalls als Licht:

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„Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14)

Wir Menschen sind es also, welche die Anlage haben, ein Licht zu sein oder zu werden. Doch oft ist der Docht unseres Herzens – die Liebesfähigkeit – noch gar nicht entzündet. Oder er ist nur am Glimmen, vielleicht gar ausgelöscht. Solche Menschen kommen bei uns auf der „Fazenda da Esperança“, dem „Hof der Hoffnung“, an: abgelöscht, gescheitert, vielfach verachtet und ohne Selbstachtung, aufgegeben, ohne Perspektive und Hoffnung, gefangen im Suchtverhalten … doch mit einem Herzen, das sich im Tiefsten sehnt nach Vertrauen, nach geliebt sein, mit einem Herzen, das für die Liebe geschaffen ist.

Und was finden diese Menschen hier? Brüder, die vielleicht auch mal an diesem Punkt waren, deren ‚glimmender Docht’ bei uns nicht ausgelöscht, sondern neu entfacht wurde, die hier Wertschätzung und Geduld gefunden haben, die sich hier die Kunst des Liebens aneignen und so zu Licht werden. Brüder, die das Dunkel im Körper, im Geist und in der Seele zu vertreiben beginnen.

Zwei von ihnen konnten wir im Laufe der vergangenen Monate nach ihrem vollendeten Jahr der ‚Rekuperation’ das ‚Diplom’ überreichen. Einer von ihnen beschreibt nachfolgend in kurzen Worten, was mit ihm geschehen ist:

«Durch meine jahrelange Alkoholsucht habe ich letztendlich alles verloren. Meine Ehe ging in die Brüche, ich verlor meine gut bezahlte Arbeit und geriet in die Schulden. Schliesslich bin ich als letzte Hoffnung auf der Fazenda gelandet, ohne zu wissen, was auf mich zukommen würde. Die ‚Rekuperation‘ dauert 1 Jahr. Rekuperieren bedeutet ‚wieder gewinnen‘. Doch was sollte bzw. wollte ich denn eigentlich wiedergewinnen? Ich merkte schnell, dass es nicht darum ging, ‚Dinge‘ wieder zu gewinnen. Es ging vielmehr darum, mich selbst wieder zu gewinnen, meine eigenen Lebenskräfte und Perspektiven für das Leben. Und genau das versuchte ich zu tun. Ich hatte zwar alles verloren, was ich besass, aber ich habe im Laufe des Jahres wieder alles zurückgewonnen, was ich bin! Die grösste Hilfe auf diesem Weg war für mich die tägliche Ausrichtung auf unser ‚Wort des Tages‘. Wir versuchten, aus dem Evangelium jeden Tag einen positiven Impuls zu gewinnen, der sich ins Leben umsetzen liess, z.B. ‚vergeben und vergessen‘ oder ‚dienen‘ oder ‚den Vorteil des anderen suchen‘. Das hört sich vielleicht banal an, hat aber ungeahnte Auswirkungen, wenn alle in der Gemeinschaft das zu leben versuchen. Ich wünsche denen, die wegen ihrer Sucht oder aus irgendeinem Grund ohne Hoffnung sind, den Mut, diesen Weg auf dem „Hof der Hoffnung“ (Fazenda da Esperança) zu wagen. Man kann nur gewinnen!»

Nicht alle, die bei uns ihre Rekuperation beginnen, halten durch. Oft ist der Sog der Vergangenheit oder der Genusswelt noch zu stark. Einer beispielsweise hat schon nach einer Woche beim Abschied gesagt: „Hier ist wirklich ein Stück Paradies. Und ich weiss genau, dass dies hier der richtige Weg für mich wäre. Aber ich bin noch nicht so weit. Es zieht mich wieder hinaus.“ Auch wenn X. nur einige Tage bei uns war, so ist er doch unser Bruder geworden und das Loslassen tut weh, vor allem weil ein weiterer Absturz vorauszusehen ist. Und doch, unser ‚Bruder’ hat die Hoffnung berührt und damit Gott. Dieser möge ihn führen.

„Euer Licht soll vor den Menschen leuchten, …!“ (Mt 5,15)

Es sind Hunderte, ja wohl gegen tausend Menschen, die im Laufe der verflossenen Monate bei uns ein- und ausgegangen sind: Pilger, Schulklassen, Jugendgruppen, Familien, Einsame, Wanderer, Radfahrer, Sportler, Handwerker, Denkmalpfleger, Nachbarn, Regierungsleute, Kunstinteressierte, Studierende, Praktikumsteilnehmer, Auszeitnehmende, Suchende, Erfolgreiche und Gescheiterte, Belastete und Aufgestellte, Neugierige, etc. Immer wieder dürfen wir erleben, wie diese Menschen angesprochen, berührt, bestärkt, entspannter und froher weggehen.

Wenn wir z.B. an das eindrückliche Erlebnis denken, das sich gerade kürzlich abgespielt hat. Da war eine gemischte Gruppe von 16 Personen bei uns zu Gast, verschieden punkto Alter und Herkunft. Sie übernachteten in den ehemaligen Klosterzellen, nahmen an unseren Mahlzeiten im antiken Speisesaal mit dem riesigen Kachelofen teil und genossen die Geborgenheit und Harmonie dieses Ortes, der als hervorragender ‚Kraftort’ einen Namen hat.

Diese Frauen und Männer kamen zu uns, um hier „Jesus von Nazareth – heute“ zu begegnen. Denn so lautete das Thema ihrer Einkehrtage. Die Gruppe wünschte sich zudem, dass die geistlichen Impulse von unserer Seite eingebracht würden.

Aber wer sind wir schon, wir von der Fazenda, wir als derzeit kleine, fünfköpfige Gemeinschaft? Wir sind doch nicht geschult für eine so anspruchsvolle Aufgabe gegenüber diesen Menschen, die sich mitten in den hohen Anforderungen des Berufs- und Familienlebens oder des Alters befinden! Wo doch so mancher von uns Bewohnern nur eine ‚Karriere des Versagens’ vorzuweisen hat – Auswirkungen eines Suchtverhaltens.

Trotzdem, wir haben zugesagt. Warum? Weil wir zwar ‚arm’ sind, nichts zu verlieren haben, jedoch viel zu geben und viel zu empfangen vermögen! Denn wir können unser Zeugnis, unsere Hoffnung einbringen, welche wir hier gewinnen. Sie ist gereift durch unser gemeinschaftliches Leben, das sich vom Evangelium inspirieren lässt. Ebenso durch unser Arbeiten und durch die tägliche, spirituelle Vertiefung.

Das ist ‚unsere Stärke’, dass wir hier lernen, Licht zu sein. Dann – so hat es uns Jesus, das LICHT, zugesichert – wird ER mitten unter uns sein und Wunder bewirken.

Genau das haben die TeilnehmerInnen an diesem Wochenende erlebt. Sie verabschiedeten sich so froh, so erfüllt von neuer Kraft und Hoffnung … und haben gleich für das nächste Jahr wieder gebucht.

…, damit sie eure guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen.“

„Oh, wie schön ist es hier!“ Wir sind uns schon fast gewohnt, diesen Ausruf der Bewunderung von ankommenden Gästen zu hören. Es ist einerseits die 400jährige Klosteranlage in ihrer Ursprünglichkeit, welche dermassen anspricht. Aber es ist auch die Sauberkeit, hinter der viel Arbeit der Bewohner steckt. Es sind die Blumen und Rabatten, bepflanzt und gepflegt durch freiwillige HelferInnen. Es sind die zutraulichen Haustiere.

Nach aussen leuchtet die frisch getünchte Klostermauer, das alte Tor zum Innenhof ist in langer, geduldiger Arbeit geschliffen und restauriert worden. Im Klostergang lässt die neue stromsparende Beleuchtung die alten Bilder und Truhen wieder zur Wirkung kommen. Im Wohnhaus sind der schiefe Boden und die undichte Wand des Spielraumes, der über dem Kuhstall liegt, neu ausgelegt worden. Es ist nun ‚heimelig’ und auch im kalten Winter angenehm, dort Billard zu spielen oder sich am ‚Töggelikasten’ zu messen.

Doch es gibt an allen Ecken und Enden noch viel zu reparieren und auszubauen. Natürlich können wir all das nicht allein mit unseren Mitteln und Kräften tun. Wir müssen Fachleute beiziehen und die Material- und Energiekosten konnten und können wir nur dank grosszügiger Unterstützung von Gönnern, Institutionen und Kollekten bewältigen. Ihnen allen ein grosses „Vergelt’s Gott!“.

Vielfalt in unserem Hofladen

Unser Schwerpunkt liegt nicht auf der Bereitstellung und dem Verkauf von Eigenprodukten. Doch statt die Brennnesseln wuchern zu lassen, haben wir sie getrocknet und bieten sie nun als verdauungsfördernden Tee an. Aus Pfefferminze ist feiner Sirup entstanden, ebenso aus Zitronenmelisse. Die Lavendelblüten sind in Duftsäckchen verpackt und warten darauf, Motten zu vertreiben. Eine Werklehrerin, welche während ihres Bildungsurlaubes bei uns arbeitete, hat exquisite, elegante Einkaufstaschen gefertigt. Die feinen Konfitüren, die getrockneten Birnen- und Apfelschnitze hingegen sowie andere Eigenerzeugnisse werden meist schon am eigenen Tisch verzehrt, bevor sie in unserem Hofladen zur Verfügung stehen. Eine Frau hat warme Mützen, Handschuhe, Socken, etc. gestrickt. Sie werden zum Kauf angeboten und der Erlös kommt der Fazenda zu Gute. Im Hofladen gibt es auch eine Fülle von anderen begehrten Produkten aus anderen Fazendas, z.B. Café da Esperança, AloeVera-Produkte, Tucum-Ringe und T-Shirts aus Brasilien, schöne Karten und Bücher usw.

Agenda

3. Juni 2018, 11-17 Uhr, Hoffest – Mit Imbiss, Führungen, Spiele, Zeugnis, Gottesdienstgelegenheit
Datum folgt: Mitgliederversammlung

Dank, Dank, Dank…

Was wir u.a. brauchen könnten:
– Scanner mit autom. Seiteneinzug
– Volleyballnetz
– Wanderschuhe ab Gr. 43
– Schneeschuhe
– Tumbler

DANK dem guten Arbeitseinsatz unserer Leute und den unzähligen Stunden durch Freiwillige, dank Sparsamkeit, Aufschub von gewissen Investitionen und auch dank der grosszügigen Unterstützung von vielen kleineren und grösseren Spenden konnte das vergangene Jahr mit einem mässigen Ertragsüberschuss abgeschlossen werden. Das Aufgeschobene haben wir nun im laufenden Jahr realisiert und hoffen, eine möglichst ausgeglichene Rechnung erzielen zu können. Dabei vertrauen wir einmal mehr darauf, dass uns die ‘Vorsehung’ – dazu zählen wir auch den Spendeneingang – helfen wird.

Wir DANKEN herzlich für Ihre bisherigen und künftigen Gaben!

Alle Spenden und der Mitgliederbeitrag (Fr. 50.-) an den Förderverein können in der ganzen Schweiz als freiwillige Zuwendungen von den Steuern abgezogen werden. Für alle einbezahlten Beträge stellen wir Ihnen jeweils eine Spendenbestätigung zu.

Mitglieder- und Spendenkonto:

Förderverein Fazenda da Esperança CH, Klösterli, 9630 Wattwil
Konto: 90-2722-7        IBAN: CH80 8131 7000 0051 3788 2          BIC: RAIFCH22
Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg, 9630 Wattwil

im November 2017

 

 

ADVENT – Weg der Hoffnung – FazendaPost

Geschätzte Leserinnen und Leser

Wir freuen uns, Ihnen mit dieser neuen Ausgabe der FazendaPost einen Advents- und Weihnachtsgruss zu schicken. DANKE für Ihr Interesse und Ihre vielgestaltige Unterstützung, mit der Sie uns begleiten! Sie ist für uns eine konkrete Gestalt unserer Hoffnung.

Wir laden Sie ein, die Adventszeit mit uns als „Weg der Hoffnung“ zu verstehen und zu gehen. Wir wollen deshalb ein wenig erzählen, wie bei uns, der ‚Fazenda da Esperança’ (‚Hof der Hoffnung’), dieser Weg im Alltag aussieht.

FazendaPost November 2016

Lesen Sie auch den Blickpunkt Hoffnung der Fazendas aus Deutschland mit der Geschichte über Moritz’s und Rominas Liebeshochzeit und den langen Weg dazu, das gelebte Wort ganz konkret aus Sicht eines Rekuperanten und was die Fazenda-Heldin Irene aus Nauen leistet.
Blickpunkt Hoffnung September 2016

Programm Hoffest & FazendaPost

FazendaPost MaiLiebe Freunde der Fazenda

Mit «Es blüht…» begann einer unser wöchentlichen Newsbeiträge auf unserer Webseite. Kurz darauf deckte allerdings der Schnee für einen Moment wieder alles zu. Mit dem Frühling startete auch die Pilgersaison so richtig durch. Täglich erreichen uns mehrer Pilger. Wir freuen uns sehr auf diese Begegnungen und das entgegengebrachte Vertrauen, obwohl wir über die Auffahrt an unsere Grenzen stiessen. Mitte April entschied sich unser Freiwilliger Luciano, zu seiner schwerkranken Mutter nach Brasilien zurück zu reisen und vorerst dort zu bleiben. Wenige Tage später packte Roland seine letzten Taschen und zog in die Fazenda Boppard, wo er nach der Hochzeit mit Teresa wohnen wird. Als Nachfolger in der Hofleitung sprang Cornel Huber in die Bresche und von der deutschen Fazenda Freeren traf Hilario zur vorübergehenden Teamverstärkung bei uns ein. Fast gleichzeitig schloss ein Rekuperant sein Jahr ab und wagte seinen Weg mit neuer Motivation draussen fortzusetzen und ein Schweizer begann seine Rekuperation. An den Werktagen finden zur Zeit zwei Arbeitslose Beschäftigung und Gemeinschaft als Hilfe zur Wiedereingliederung. Ebenso berichten wir über den Besuch beim Papst sowie dessen Videobotschaft und laden Sie zur Mitgliederversammlung ein.

-> 2016.05_FazendaPost_Mai_kombiniert

FazendaPost Februar

FazendaPost 1/2016

Heute wurde die erste FazendaPost im 2016 versandt. Darin blicken wir auf ein spannendes Jahr mit Veränderungen zurück. Im Februar 2015 übernahm Roland Mühlig die Hofleitung und wurde von Luciano und Mirco unterstützt. Im Mai führten wir bei strahlendem Sonnenschein das Hoffest mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern durch. Es folgten zwei Formationen (interne Weiterbildungen) für die Jungs von den Fazenda-Gemeinschaften aus Deutschland und der Schweiz. Insgesamt beherbergten wir 240 Pilger und ein Dutzend Gruppen. Die Renovationsarbeiten der Klostermauer haben gestartet und die Fenster des Pächterhauses wurden neu gestrichen. All dies und noch viel mehr verdanken wir unseren treuen Freiwilligen, Spendern und Sponsoren sowie Jan Colruyt, dem bisherigen Geschäftsführer. Im Herbst 2015 übergab er die komplette Führung in Rolands Hände. In dieser FazendaPost schauen wir auf das Geschehene während den letzten vier Monaten zurück und danken Jan, Mirco und Lucas für ihr Wirken. Mirco und Lucas sind auf eine Deutsche Fazenda-Gemeinschaft weitergezogen. Es wird berichtet vom Schulbesuch in Eschenbach, der Adoray-Gruppe und einem Männerweekend auf der Fazenda aus der Pfarrei Adliswil, unserem breiten Produktensortiment, etc.

Gerne laden wir Sie auch ans Hoffest vom 29. Mai 2016 und am Vortag (28. Mai 2016) zum Klostermarkt ein. Schauen Sie vorbei. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen und danken für Ihr Interesse.

-> FazendaPost Februar 2016