Kategorie-Archiv: Rekuperanten

naturtrüb oder geklärt?

So lautet unsere Frage, wenn Sie nach dem frischen Süssmost fragen. Denn in den vergangenen Wochen haben wir mehrere hundert Kilo Äpfeln und einige Birnen gesammelt und gepresst. Dies war eine wichtige, tägliche Arbeit für unsere Rekuperanten. Der Saft wurde pasteurisiert,  teilweise geklärt und in 5 bzw. 10 Liter-Boxen abgefüllt. Nun kann der fruchtige, gesunde, vitaminreiche Saft in unserem Hofladen gekauft werden. Herzlich willkommen!

Neu: Feuerzapfen aus dem Klösterli

Bild der Feuerzapfen
10 Feuerzapfen pro Papiertasche.

Als die Schwestern 2010 das Kloster verlassen mussten, haben sie Vieles zurückgelassen. Unter anderem auch ganz viel Wachs. Hinten im Klostergarten stehen einige Tannen, die hin und wieder einige Zapfen fallen lassen. Diese Gelegenheit kombinierten wir, wickelten ein Stück Juten herum und gaben einen Docht dazu. Das entstandene Produkt, die Feuerzapfen, wurden von den Rekuperanten selbstständig hergestellt. Sie dienen zum Anfeuern von beaufsichtigten Feuern. Die Feuerzapfen sind à 10 Stück in einer Papiertüte verpackt und eigenen sich auch bestens als Geschenkt, denn ein Hingucker sind sie auf jeden Fall. 

Die Feuerzapfen sind neu im Hofladen gegen einen Preis von CHF 5.- erhältlich. Mit dem Kauf unterstützen Sie die Männer auf dem Weg der Rekuperation in ein neues Leben. Sie schenken also Hoffnung!

«Es war mein Ziel, nicht mehr aufzuwachen»

Interview zwischen Radio Gloria und der Fazenda da Esperança im Kloster Wattwil, vertreten durch Pfr. Cornel Huber und Thomas S.. Es wird vom Alltag, der Hoffnung, der Arbeit, dem Gebet berichtet. Thomas S. erzählt, wie er selbst zu übermässigem Alkoholkonsum griff und keinen Ausweg mehr sah. „Es wäre mir egal gewesen, nicht mehr aufzuwachen. Es wäre sogar mein Ziel gewesen.“ In der Fazenda da Esperança konnte er seinen ganzen Rucksack ablegen und fand zur Ruhe. Die tägliche Betrachtung des Evangeliums und das Wort daraus gab ihm einen Leitfaden für den Tag. Hören Sie selbst die bewegenden Worte…

Es ist besser ein kleines Licht zu entzünden, als …

„Es ist besser ein kleines Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen.“

Geschätzte Leserinnen und Leser

Viele kennen diesen Spruch, der besonders in der dunklen Jahreszeit gerne zitiert wird. Er soll vom asiatischen Philosophen Konfuzius stammen.

Fünfhundert Jahre später wird in Bethlehem Christus geboren. Er sagt als junger Mann von sich: „Ich bin das Licht der Welt.“ (Joh 8,12) Als das ‚wahre Licht’ entzündet er in seinen Jüngern ein ‚Feuer der Liebe’ und bezeichnet sie deshalb ebenfalls als Licht:

FazendaPost als PDF öffnen (1MB)

„Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14)

Wir Menschen sind es also, welche die Anlage haben, ein Licht zu sein oder zu werden. Doch oft ist der Docht unseres Herzens – die Liebesfähigkeit – noch gar nicht entzündet. Oder er ist nur am Glimmen, vielleicht gar ausgelöscht. Solche Menschen kommen bei uns auf der „Fazenda da Esperança“, dem „Hof der Hoffnung“, an: abgelöscht, gescheitert, vielfach verachtet und ohne Selbstachtung, aufgegeben, ohne Perspektive und Hoffnung, gefangen im Suchtverhalten … doch mit einem Herzen, das sich im Tiefsten sehnt nach Vertrauen, nach geliebt sein, mit einem Herzen, das für die Liebe geschaffen ist.

Und was finden diese Menschen hier? Brüder, die vielleicht auch mal an diesem Punkt waren, deren ‚glimmender Docht’ bei uns nicht ausgelöscht, sondern neu entfacht wurde, die hier Wertschätzung und Geduld gefunden haben, die sich hier die Kunst des Liebens aneignen und so zu Licht werden. Brüder, die das Dunkel im Körper, im Geist und in der Seele zu vertreiben beginnen.

Zwei von ihnen konnten wir im Laufe der vergangenen Monate nach ihrem vollendeten Jahr der ‚Rekuperation’ das ‚Diplom’ überreichen. Einer von ihnen beschreibt nachfolgend in kurzen Worten, was mit ihm geschehen ist:

«Durch meine jahrelange Alkoholsucht habe ich letztendlich alles verloren. Meine Ehe ging in die Brüche, ich verlor meine gut bezahlte Arbeit und geriet in die Schulden. Schliesslich bin ich als letzte Hoffnung auf der Fazenda gelandet, ohne zu wissen, was auf mich zukommen würde. Die ‚Rekuperation‘ dauert 1 Jahr. Rekuperieren bedeutet ‚wieder gewinnen‘. Doch was sollte bzw. wollte ich denn eigentlich wiedergewinnen? Ich merkte schnell, dass es nicht darum ging, ‚Dinge‘ wieder zu gewinnen. Es ging vielmehr darum, mich selbst wieder zu gewinnen, meine eigenen Lebenskräfte und Perspektiven für das Leben. Und genau das versuchte ich zu tun. Ich hatte zwar alles verloren, was ich besass, aber ich habe im Laufe des Jahres wieder alles zurückgewonnen, was ich bin! Die grösste Hilfe auf diesem Weg war für mich die tägliche Ausrichtung auf unser ‚Wort des Tages‘. Wir versuchten, aus dem Evangelium jeden Tag einen positiven Impuls zu gewinnen, der sich ins Leben umsetzen liess, z.B. ‚vergeben und vergessen‘ oder ‚dienen‘ oder ‚den Vorteil des anderen suchen‘. Das hört sich vielleicht banal an, hat aber ungeahnte Auswirkungen, wenn alle in der Gemeinschaft das zu leben versuchen. Ich wünsche denen, die wegen ihrer Sucht oder aus irgendeinem Grund ohne Hoffnung sind, den Mut, diesen Weg auf dem „Hof der Hoffnung“ (Fazenda da Esperança) zu wagen. Man kann nur gewinnen!»

Nicht alle, die bei uns ihre Rekuperation beginnen, halten durch. Oft ist der Sog der Vergangenheit oder der Genusswelt noch zu stark. Einer beispielsweise hat schon nach einer Woche beim Abschied gesagt: „Hier ist wirklich ein Stück Paradies. Und ich weiss genau, dass dies hier der richtige Weg für mich wäre. Aber ich bin noch nicht so weit. Es zieht mich wieder hinaus.“ Auch wenn X. nur einige Tage bei uns war, so ist er doch unser Bruder geworden und das Loslassen tut weh, vor allem weil ein weiterer Absturz vorauszusehen ist. Und doch, unser ‚Bruder’ hat die Hoffnung berührt und damit Gott. Dieser möge ihn führen.

„Euer Licht soll vor den Menschen leuchten, …!“ (Mt 5,15)

Es sind Hunderte, ja wohl gegen tausend Menschen, die im Laufe der verflossenen Monate bei uns ein- und ausgegangen sind: Pilger, Schulklassen, Jugendgruppen, Familien, Einsame, Wanderer, Radfahrer, Sportler, Handwerker, Denkmalpfleger, Nachbarn, Regierungsleute, Kunstinteressierte, Studierende, Praktikumsteilnehmer, Auszeitnehmende, Suchende, Erfolgreiche und Gescheiterte, Belastete und Aufgestellte, Neugierige, etc. Immer wieder dürfen wir erleben, wie diese Menschen angesprochen, berührt, bestärkt, entspannter und froher weggehen.

Wenn wir z.B. an das eindrückliche Erlebnis denken, das sich gerade kürzlich abgespielt hat. Da war eine gemischte Gruppe von 16 Personen bei uns zu Gast, verschieden punkto Alter und Herkunft. Sie übernachteten in den ehemaligen Klosterzellen, nahmen an unseren Mahlzeiten im antiken Speisesaal mit dem riesigen Kachelofen teil und genossen die Geborgenheit und Harmonie dieses Ortes, der als hervorragender ‚Kraftort’ einen Namen hat.

Diese Frauen und Männer kamen zu uns, um hier „Jesus von Nazareth – heute“ zu begegnen. Denn so lautete das Thema ihrer Einkehrtage. Die Gruppe wünschte sich zudem, dass die geistlichen Impulse von unserer Seite eingebracht würden.

Aber wer sind wir schon, wir von der Fazenda, wir als derzeit kleine, fünfköpfige Gemeinschaft? Wir sind doch nicht geschult für eine so anspruchsvolle Aufgabe gegenüber diesen Menschen, die sich mitten in den hohen Anforderungen des Berufs- und Familienlebens oder des Alters befinden! Wo doch so mancher von uns Bewohnern nur eine ‚Karriere des Versagens’ vorzuweisen hat – Auswirkungen eines Suchtverhaltens.

Trotzdem, wir haben zugesagt. Warum? Weil wir zwar ‚arm’ sind, nichts zu verlieren haben, jedoch viel zu geben und viel zu empfangen vermögen! Denn wir können unser Zeugnis, unsere Hoffnung einbringen, welche wir hier gewinnen. Sie ist gereift durch unser gemeinschaftliches Leben, das sich vom Evangelium inspirieren lässt. Ebenso durch unser Arbeiten und durch die tägliche, spirituelle Vertiefung.

Das ist ‚unsere Stärke’, dass wir hier lernen, Licht zu sein. Dann – so hat es uns Jesus, das LICHT, zugesichert – wird ER mitten unter uns sein und Wunder bewirken.

Genau das haben die TeilnehmerInnen an diesem Wochenende erlebt. Sie verabschiedeten sich so froh, so erfüllt von neuer Kraft und Hoffnung … und haben gleich für das nächste Jahr wieder gebucht.

…, damit sie eure guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen.“

„Oh, wie schön ist es hier!“ Wir sind uns schon fast gewohnt, diesen Ausruf der Bewunderung von ankommenden Gästen zu hören. Es ist einerseits die 400jährige Klosteranlage in ihrer Ursprünglichkeit, welche dermassen anspricht. Aber es ist auch die Sauberkeit, hinter der viel Arbeit der Bewohner steckt. Es sind die Blumen und Rabatten, bepflanzt und gepflegt durch freiwillige HelferInnen. Es sind die zutraulichen Haustiere.

Nach aussen leuchtet die frisch getünchte Klostermauer, das alte Tor zum Innenhof ist in langer, geduldiger Arbeit geschliffen und restauriert worden. Im Klostergang lässt die neue stromsparende Beleuchtung die alten Bilder und Truhen wieder zur Wirkung kommen. Im Wohnhaus sind der schiefe Boden und die undichte Wand des Spielraumes, der über dem Kuhstall liegt, neu ausgelegt worden. Es ist nun ‚heimelig’ und auch im kalten Winter angenehm, dort Billard zu spielen oder sich am ‚Töggelikasten’ zu messen.

Doch es gibt an allen Ecken und Enden noch viel zu reparieren und auszubauen. Natürlich können wir all das nicht allein mit unseren Mitteln und Kräften tun. Wir müssen Fachleute beiziehen und die Material- und Energiekosten konnten und können wir nur dank grosszügiger Unterstützung von Gönnern, Institutionen und Kollekten bewältigen. Ihnen allen ein grosses „Vergelt’s Gott!“.

Vielfalt in unserem Hofladen

Unser Schwerpunkt liegt nicht auf der Bereitstellung und dem Verkauf von Eigenprodukten. Doch statt die Brennnesseln wuchern zu lassen, haben wir sie getrocknet und bieten sie nun als verdauungsfördernden Tee an. Aus Pfefferminze ist feiner Sirup entstanden, ebenso aus Zitronenmelisse. Die Lavendelblüten sind in Duftsäckchen verpackt und warten darauf, Motten zu vertreiben. Eine Werklehrerin, welche während ihres Bildungsurlaubes bei uns arbeitete, hat exquisite, elegante Einkaufstaschen gefertigt. Die feinen Konfitüren, die getrockneten Birnen- und Apfelschnitze hingegen sowie andere Eigenerzeugnisse werden meist schon am eigenen Tisch verzehrt, bevor sie in unserem Hofladen zur Verfügung stehen. Eine Frau hat warme Mützen, Handschuhe, Socken, etc. gestrickt. Sie werden zum Kauf angeboten und der Erlös kommt der Fazenda zu Gute. Im Hofladen gibt es auch eine Fülle von anderen begehrten Produkten aus anderen Fazendas, z.B. Café da Esperança, AloeVera-Produkte, Tucum-Ringe und T-Shirts aus Brasilien, schöne Karten und Bücher usw.

Agenda

3. Juni 2018, 11-17 Uhr, Hoffest – Mit Imbiss, Führungen, Spiele, Zeugnis, Gottesdienstgelegenheit
Datum folgt: Mitgliederversammlung

Dank, Dank, Dank…

Was wir u.a. brauchen könnten:
– Scanner mit autom. Seiteneinzug
– Volleyballnetz
– Wanderschuhe ab Gr. 43
– Schneeschuhe
– Tumbler

DANK dem guten Arbeitseinsatz unserer Leute und den unzähligen Stunden durch Freiwillige, dank Sparsamkeit, Aufschub von gewissen Investitionen und auch dank der grosszügigen Unterstützung von vielen kleineren und grösseren Spenden konnte das vergangene Jahr mit einem mässigen Ertragsüberschuss abgeschlossen werden. Das Aufgeschobene haben wir nun im laufenden Jahr realisiert und hoffen, eine möglichst ausgeglichene Rechnung erzielen zu können. Dabei vertrauen wir einmal mehr darauf, dass uns die ‘Vorsehung’ – dazu zählen wir auch den Spendeneingang – helfen wird.

Wir DANKEN herzlich für Ihre bisherigen und künftigen Gaben!

Alle Spenden und der Mitgliederbeitrag (Fr. 50.-) an den Förderverein können in der ganzen Schweiz als freiwillige Zuwendungen von den Steuern abgezogen werden. Für alle einbezahlten Beträge stellen wir Ihnen jeweils eine Spendenbestätigung zu.

Mitglieder- und Spendenkonto:

Förderverein Fazenda da Esperança CH, Klösterli, 9630 Wattwil
Konto: 90-2722-7        IBAN: CH80 8131 7000 0051 3788 2          BIC: RAIFCH22
Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg, 9630 Wattwil

im November 2017

 

 

Aus alt wird neu

Der Spieleraum im Pächterhaus, in welchem die Wohngemeinschaft lebt, wird rege genutzt. Aufgrund des ungeraden Bodens waren jedoch einige Spiele wie Tischfussball nicht sehr spannend. Der Raum wurde nun zusammen mit den Rekuperanten und unter fachlicher Leitung erneuert. Zugleich wurde der Boden isoliert, eine Tür angebracht, die alten Balken abgeschliffen und schliesslich wieder eingerichtet. Der Raum lässt sich sehen und ist nun ein attraktiver Aufenthaltsraum, in dem sich der Grundsatz Gemeinschaft gut leben lässt.

Die Gemeinschaft wächst

Regelmässig treffen bei uns Anfragen von Menschen ein, die einen Weg aus ihrer Abhängigkeit oder Orientierungslosigkeit suchen. Oftmals sind es auch ihre besorgten Angehörigen oder Bekannten, die mit uns Kontakt aufnehmen. Das heisst aber noch lange nicht, dass sie sich schlussendlich für den anspruchsvollen Weg der ein Jahr dauernden Rekuperation entscheiden. Trotzdem dürfen wir uns darüber freuen, dass zurzeit vier aus der Schweiz stammende Männer gemeinsam ihren Weg in ein neues Leben gehen. Der erste begann im vergangenen Mai, der zweite im August, der dritte im Dezember und der vierte anfangs Februar.

Unsere Jungs beim Tischticker spielen.

Unsere Jungs beim Tischkicker spielen. Aufgrund des Standortes in einem ungeheizten Raum sind sie entsprechend angezogen.

Der Hofladen – für jeden etwas

In den vergangenen Tagen wurde der Hofladen komplett neu gestaltet. Nun erstrahlt er in neuem Glanz. Wir bieten viele selbst hergestellte Produkte an aber auch jene von anderen Fazendas. Aus der eigenen Küche stammen ganz aktuell die «Chlosterringli», gedörrter Apfel ohne Zusatzstoffe, mit vielen Vitaminen durch den Winter. Auch aus dem Garten stehen verarbeitete Produkte da. Diverse Konfitüren und Apfelmus. Von den brasilianischen Fazendas haben wir ein breites Angebot an Aloe-Vera Babosa-Produkten. Von der Feuchtigkeitscreme zu Salbe geben Muskelschmerzen zu Shampoo und Pflegespülung und weiter zu Saft, beste Qualität und ohne Zwischenhandel! Des Weiteren haben wir verschiedene Bücher. Ganz neu im Sortiment ist das «DOCAT – Was tun?» und verschiedene Schnitzereien aus Olivenholz. Ein Besuch lohnt sich bestimmt!

Mit dem Kauf dieser Produkte unterstützen Sie die Männer auf dem Weg ihrer Rekuperation. Sie schenken Mut und Hoffnung!

Der Podcast – jetzt online

Am vergangenen Samstag waren unser Hofleiter, Cornel, und der Rekuperant, Thomas, zu Besuch bei Radio Maria. Sie berichteten über unser Leben, unseren Alltag, unsere Aufgaben. Thomas gab ein Zeugnis über seinen Kampf gegen die langjährige Alkoholsucht und wie er davon frei wurde bzw. auf dessen Weg ist. Hör rein!

Früchte aus dem Garten

Erdbeerkonfiture

Im prächtigen Klostergarten können seit einigen Tagen die ersten Früchte geerntet werden. Die Erdbeeren, süss, fruchtig, ein wahrer Genuss! Gestern wurden nicht weniger als 12 kg davon geerntet und einen grossen Teil zu Konfitüre verarbeitet. Diese kann nun im Hofladen für eine kleine Spende erworben werden. Einfach nur lecker!

Mit dem Kauf unserer Produkte aus dem Hofladen unterstützt Du die Männer auf ihrem Weg der Rekuperation, gibst ihnen Mut, zeigst Anerkennung und motivierst sie.

Der Hofladen hat beinahe immer geöffnet. Besuche uns einfach. Wir freuen uns auf Dich!

«Etwa jeder 10. Konsument hat ein Drogenproblem»

NeustartLarissa Maier erforscht den Umgang der Schweizer mit Drogen. Sie erklärt, warum der Kokainkonsum wieder ansteigt – und wo die Schweiz im internationalen Vergleich steht.

 

 

 

 

Während die Droge vor einigen Jahren eher im Ausgang konsumiert wurden, ist sie nun vermehrt im Alltag ein Begleiter. Der Alkohol wird zunehmend von Cannabis zum Abbau von Stress ersetzt.

Interessant ist, dass 33 % der Befragten gerne den Konsum in den nächsten 12 Monaten reduzieren möchten, besonders hoch bei jenen, die Kokain konsumieren. «Es wäre sicherlich sinnvoll, vermehrt zielgruppenspezifische Angebote zu schaffen, die die Konsumenten mit Absicht der Verhaltensänderung unterstützen.» so die Forscherin Larissa Maier.

Genau hier knüpft die Fazenda an: Während einem Jahr leben die Männer (in DE auch Frauen) auf den Höfen der Hoffnung und machen einen Neuanfang. Sie lernen wieder, sich in einer Familie zu integrieren und dadurch Verantwortung und Respekt zu zeigen. Aus den Männern werden neue Menschen. In den verschiedenen Bereichen Haushalt, Küche, Garten, Renovierung und Restaurierung, Gästebeherbergung, Gebäudeunterhalt und den Tieren fallen die täglichen Arbeiten an. Wir betreiben eine Pilgerherberge und sonntags ein Hofcafé mit Hofladen.

Unser Angebot ist aufgrund der vielen ehrenamtlichen und motivierten Mitarbeitern extrem günstig und familiär.

Unterstütze uns und helfe anderen durch das Teilen dieser Mitteilung, durch Kontaktaufnahme mit und Empfehlung an Abhängige, Randständige und Orientierungslose oder durch eine Spende oder Kollekte. Jeder Franken hilft und ermöglicht jemandem einen Neuanfang. Die Spenden werden selbstverständlich verdankt und können von den Steuern abgezogen werden. Bitte gebe die genaue Adresse an.

Förderverein Fazenda da Esperança CH, Klösterli, 9630 Wattwil
Konto: 90-2722-7        IBAN: CH80 8131 7000 0051 3788 2          BIC: RAIFCH22
Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg, 9630 Wattwil

(Quelle und ganzer Bericht: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/29541451 / als PDF)

3 Anlässe – viel Freude und Spannung

In der vergangenen Woche durften wir drei voneinander unabhängige Anlässe im Klösterli feiern.

Er hat sich wieder gewonnen
Am Freitag, dem 10. Juni, schloss ein Rekuperant, nach dem er ein ganzes Jahr in der Gemeinschaft gelebt hat und sich dabei ein neues Leben ohne Suchtmittel und gestützt auf das tägliche Wort angeeignet und erlernt hat. Er durfte die ihm wichtigen Personen zu einem Mittagessen einladen, bei welchem ihm sein Diplom in einem festlichen Rahmen überreicht wurde. Er wird voraussichtlich nach seinem Urlaub wieder auf die Fazenda Wattwil zurückkommen. Wir gratulieren herzlich und wünschen nur das Beste und Gottes reichen Segen. Möge der Herr die Hand über dich halten!

Mittagessen + Nachtisch, v.a. Tanz, Spiel + Palaver
Am Sonntag, dem 12. Juni, lud Karl Stürm zu einem Anlass der besonderen Art ein. Einerseits wurde an unsere Vorfahren gedacht, insbesondere hielt er und seine Familie das Gedächtnis der kürzlich verstorbenen Mutter. Andererseits machte er beste Werbung für die Lobpreisgruppen Adoray Uznach, Gossau, Luzern und Zürich, die sich jeweils am Sonntagabend zur Anbetung treffen. Nebenbei feierte er seinen 70. Geburtstag. Beim Begrüssungsapéro im Innenhof des Klosters und noch bei sonniger Witterung wurden die Gäste empfangen. Anschliessend feierte die Gesellschaft eine heilige Messe in der Klosterkirche. Musikalisch wurde der Gottesdienst von den Jugendlichen den Adorays mitgestaltet. Im Anschluss sorge der Cateringsservice von der Bäckerei Abderhalden aus Wattwil für das körperliche Wohl und Energie für den bald anstehenden Tanz. Spezialitäten und Köstlichkeiten aus der Region wurde am Buffet angeboten. Schliesslich ging es auch noch über zum Tanz. Über 100 Personen, von jung bis alt, strahlten. Danke Karl für den Anlass. Wir gratulieren dir herzlich zum Geburtstag und wünschen alles Gute.

Bach und mehr – mit Leib und Seele
Den Sonntag rundete ein Konzert der mehrfach international preisgekrönten Cellistin Chiara Enderle in der vollen Klosterkirche ab. Spannend und höchst Präzise mit einer Prise Humor präsentierte die 23-Jährige die Musik von J. S. Bach und G. Cassado. «Ich hätte mir keinen schöneren Ort vorstellen können, um Bach-Suiten zu spielen.» Mit diesem Bekenntnis eröffnete sie ihr Konzert. Mehr dazu im Artikel des Toggenburger Tagblatts vom 14. Juni 2016.

 

Programm Hoffest & FazendaPost

FazendaPost MaiLiebe Freunde der Fazenda

Mit «Es blüht…» begann einer unser wöchentlichen Newsbeiträge auf unserer Webseite. Kurz darauf deckte allerdings der Schnee für einen Moment wieder alles zu. Mit dem Frühling startete auch die Pilgersaison so richtig durch. Täglich erreichen uns mehrer Pilger. Wir freuen uns sehr auf diese Begegnungen und das entgegengebrachte Vertrauen, obwohl wir über die Auffahrt an unsere Grenzen stiessen. Mitte April entschied sich unser Freiwilliger Luciano, zu seiner schwerkranken Mutter nach Brasilien zurück zu reisen und vorerst dort zu bleiben. Wenige Tage später packte Roland seine letzten Taschen und zog in die Fazenda Boppard, wo er nach der Hochzeit mit Teresa wohnen wird. Als Nachfolger in der Hofleitung sprang Cornel Huber in die Bresche und von der deutschen Fazenda Freeren traf Hilario zur vorübergehenden Teamverstärkung bei uns ein. Fast gleichzeitig schloss ein Rekuperant sein Jahr ab und wagte seinen Weg mit neuer Motivation draussen fortzusetzen und ein Schweizer begann seine Rekuperation. An den Werktagen finden zur Zeit zwei Arbeitslose Beschäftigung und Gemeinschaft als Hilfe zur Wiedereingliederung. Ebenso berichten wir über den Besuch beim Papst sowie dessen Videobotschaft und laden Sie zur Mitgliederversammlung ein.

-> 2016.05_FazendaPost_Mai_kombiniert

Erfolgreiche Rekuperation

Erfolgreiche Rekuperation

Im April 2015 kam ich zum ersten Mal mit der Fazenda in Kontakt. Nicht ganz freiwillig – jedoch ohne Alternative – besuchte ich mit meinem Sozialarbeiter die Wohngemeinschaft. Zuerst gegen meinen Willen verfügten die Sozialen Dienste, dass ich ein Jahr in der Fazenda zu leben habe. Ich konsumierte mehrere Dutzend Jahre Heroin und Tabak. Später nahm ich am Methadon-Programm teil und konnte so auf die «sauberere» Ersatzdroge umsteigen. Jedoch gelang es mir nie ganz auszusteigen. Mit einer Dosis von bisher täglich 10 mg trat ich am 5. Mai 2015 schliesslich in die Wohngemeinschaft ein. Während den ersten zwei Wochen konnte ich aufgrund der Entzugserscheinungen nur wenige Stunden am Stück schlafen. Ich hatte keinen Hunger und fror trotz mehreren Pullovern und Jacken. In der dritten Woche bekam ich wieder Farbe im Gesicht. Stunde für Stunde erholte sich mein Körper und ich konnte langsam wieder klar denken, besser schlafen und bekam Appetit. Während dieser Zeit begleiteten mich die drei freiwilligen Mitbewohner, wovon einer selber der kalte Entzug in Brasilien durchmachte und aus Erfahrung berichten konnte, liebe- und verständnisvoll. Ich konnte immer mehr mithelfen, Sport treiben und wurde mir meines bisherigen Lebensstils bewusst. Es wurde mir klar, dass ich diese Chance nicht «vermasseln» durfte. Ungefähr alle zwei Monate hatte ich eine Krise. Ich sehnte mich nach meiner Familie, meinen Freunden und besonders nach meinen Kindern. Nach drei Monaten konnte ich meinen ersten Besuch empfangen. Meine beiden Brüder besuchten mich. Zum grösseren hatte ich immer ein gutes Verhältnis, während ich mit dem jüngeren Bruder seit ungefähr fünf Jahren kein Wort mehr sprach. Überglücklich schloss ich die beiden in die Arme. Eine schwierige Zeit war für mich während des Ramadans und zu dessen Abschluss. Ich konnte das Fest nicht mit meiner Familie verbringen oder sie anrufen. Schreiben wollte ich nicht. Verschiedene Aufgaben wie z.B. Tiere, Garten, Pilgerunterkunft strukturierten meinen Alltag. Aufgrund meines islamischen Glaubens konnte ich mit den spirituellen Momenten wenig anfangen. Ich sass der Gruppe bei und folgte teilweise den Gesprächen. Nach acht Monaten entdeckte ich meine grosse Freude am Nähen. Die alten Nähmaschinen wurden ausgepackt und ich konnte in «meinem» Nähatelier Taschen, Schürzen, etc. nähen. Leidenschaftlich verbrachte ich sogar einige Feierabende an der Maschine. Neues zu lernen weckte Freude und gab mir ein gesundes Selbstvertrauen zurück. Viel Freizeit verbrachte ich im Fitnessraum. Ich trainierte mir viel Muskelmassen während dieses Jahres an und steigerte meine Kondition von wenigen Minuten Spazieren auf viele Minuten Joggen. Nach einem Jahr konnte ich die Fazenda verlassen. Ich nahm den aufgegleisten Termin für die Abklärung meiner Fähigkeiten wahr, um den Führerausweis wieder zu erlangen. Ich bestand den ersten Test und muss nun zur praktischen Führerprüfung antreten. Ein weiterer langersehnter Wunsch geht hoffentlich bald in Erfüllung. Als ich auf den Strassen unterwegs war, traf ich den einen oder anderen Abhängigen von Früher. Ich erzählte ihnen meine Geschichte und wollte sie zum Ausstieg aus den Drogen motivieren. Leider geht es ihnen noch immer zu gut – obwohl sie eigentlich nichts haben. Ich werde aber die Fazenda weiterempfehlen und bin dankbar, habe ich dieses Jahr – trotz meines Alters – investiert und die Chance genutzt. Meine Familie war unglaublich stolz, mich so kräftig und gesund zu sehen.

* Geschichte eines 53-jährigen ehemaligen Rekuperanten

 

Unterstützen Sie die Fazenda da Esperança mit einem Dienst (Mithilfe als Freiwillige/r, Spender/in, etc.) und ermöglichen Sie weitere Rekuperationen (sich wieder gewinnen).

Förderverein Fazenda da Esperança CH, Klösterli, 9630 Wattwil
Konto: 90-2722-7        IBAN: CH80 8131 7000 0051 3788 2          BIC: RAIFCH22
Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg, 9630 Wattwil

Fazenda da Esperança – Hof der Hoffnung

Die Fazenda da Esperança ist eine Lebensgemeinschaft für ausgeschlossene und vernachlässigte Menschen wie ehemalige Drogen- und Alkoholabhängige. In einer Gruppe von rund 15 Personen sollen sie einen Neuanfang erlernen können, um in Eigenverantwortung im Alltag wieder Fuss zu fassen. Gegründet wurde die Organisation vor 29 Jahren in Brasilien, heute gibt es weltweit über 80 Fazendas. Die Gemeinschaft im Wattwiler Kloster Maria der Engel wird die erste in der Schweiz. Verwaltet wird sie von einem Trägerverein, dessen Vorstand sich zusammensetzt aus dem Pfarrer Christian Heim aus Deutschland als Präsident sowie dem Lichtensteiger Pfarrer Cornel Huber und Jan Colruyt. Dem Trägerverein zur Seite steht ein Beirat. Zusätzlich getragen wird die Fazenda durch den Förderverein, welchem sich Einzelpersonen, Familien, Stiftungen oder andere Gönner als Mitglied anschliessen können.

OLIVIA HUG

Quelle: http://www.toggenburgertagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/toggenburg/tt-au/Fazenda-da-Esperan%25E7a-ndash-Hof-der-Hoffnung;art233,2874275