Kategorie-Archiv: Rekuperanten

Aus alt wird neu

Der Spieleraum im Pächterhaus, in welchem die Wohngemeinschaft lebt, wird rege genutzt. Aufgrund des ungeraden Bodens waren jedoch einige Spiele wie Tischfussball nicht sehr spannend. Der Raum wurde nun zusammen mit den Rekuperanten und unter fachlicher Leitung erneuert. Zugleich wurde der Boden isoliert, eine Tür angebracht, die alten Balken abgeschliffen und schliesslich wieder eingerichtet. Der Raum lässt sich sehen und ist nun ein attraktiver Aufenthaltsraum, in dem sich der Grundsatz Gemeinschaft gut leben lässt.

Die Gemeinschaft wächst

Regelmässig treffen bei uns Anfragen von Menschen ein, die einen Weg aus ihrer Abhängigkeit oder Orientierungslosigkeit suchen. Oftmals sind es auch ihre besorgten Angehörigen oder Bekannten, die mit uns Kontakt aufnehmen. Das heisst aber noch lange nicht, dass sie sich schlussendlich für den anspruchsvollen Weg der ein Jahr dauernden Rekuperation entscheiden. Trotzdem dürfen wir uns darüber freuen, dass zurzeit vier aus der Schweiz stammende Männer gemeinsam ihren Weg in ein neues Leben gehen. Der erste begann im vergangenen Mai, der zweite im August, der dritte im Dezember und der vierte anfangs Februar.

Unsere Jungs beim Tischticker spielen.

Unsere Jungs beim Tischkicker spielen. Aufgrund des Standortes in einem ungeheizten Raum sind sie entsprechend angezogen.

Der Hofladen – für jeden etwas

In den vergangenen Tagen wurde der Hofladen komplett neu gestaltet. Nun erstrahlt er in neuem Glanz. Wir bieten viele selbst hergestellte Produkte an aber auch jene von anderen Fazendas. Aus der eigenen Küche stammen ganz aktuell die «Chlosterringli», gedörrter Apfel ohne Zusatzstoffe, mit vielen Vitaminen durch den Winter. Auch aus dem Garten stehen verarbeitete Produkte da. Diverse Konfitüren und Apfelmus. Von den brasilianischen Fazendas haben wir ein breites Angebot an Aloe-Vera Babosa-Produkten. Von der Feuchtigkeitscreme zu Salbe geben Muskelschmerzen zu Shampoo und Pflegespülung und weiter zu Saft, beste Qualität und ohne Zwischenhandel! Des Weiteren haben wir verschiedene Bücher. Ganz neu im Sortiment ist das «DOCAT – Was tun?» und verschiedene Schnitzereien aus Olivenholz. Ein Besuch lohnt sich bestimmt!

Mit dem Kauf dieser Produkte unterstützen Sie die Männer auf dem Weg ihrer Rekuperation. Sie schenken Mut und Hoffnung!

Der Podcast – jetzt online

Am vergangenen Samstag waren unser Hofleiter, Cornel, und der Rekuperant, Thomas, zu Besuch bei Radio Maria. Sie berichteten über unser Leben, unseren Alltag, unsere Aufgaben. Thomas gab ein Zeugnis über seinen Kampf gegen die langjährige Alkoholsucht und wie er davon frei wurde bzw. auf dessen Weg ist. Hör rein!

Früchte aus dem Garten

Erdbeerkonfiture

Im prächtigen Klostergarten können seit einigen Tagen die ersten Früchte geerntet werden. Die Erdbeeren, süss, fruchtig, ein wahrer Genuss! Gestern wurden nicht weniger als 12 kg davon geerntet und einen grossen Teil zu Konfitüre verarbeitet. Diese kann nun im Hofladen für eine kleine Spende erworben werden. Einfach nur lecker!

Mit dem Kauf unserer Produkte aus dem Hofladen unterstützt Du die Männer auf ihrem Weg der Rekuperation, gibst ihnen Mut, zeigst Anerkennung und motivierst sie.

Der Hofladen hat beinahe immer geöffnet. Besuche uns einfach. Wir freuen uns auf Dich!

«Etwa jeder 10. Konsument hat ein Drogenproblem»

NeustartLarissa Maier erforscht den Umgang der Schweizer mit Drogen. Sie erklärt, warum der Kokainkonsum wieder ansteigt – und wo die Schweiz im internationalen Vergleich steht.

 

 

 

 

Während die Droge vor einigen Jahren eher im Ausgang konsumiert wurden, ist sie nun vermehrt im Alltag ein Begleiter. Der Alkohol wird zunehmend von Cannabis zum Abbau von Stress ersetzt.

Interessant ist, dass 33 % der Befragten gerne den Konsum in den nächsten 12 Monaten reduzieren möchten, besonders hoch bei jenen, die Kokain konsumieren. «Es wäre sicherlich sinnvoll, vermehrt zielgruppenspezifische Angebote zu schaffen, die die Konsumenten mit Absicht der Verhaltensänderung unterstützen.» so die Forscherin Larissa Maier.

Genau hier knüpft die Fazenda an: Während einem Jahr leben die Männer (in DE auch Frauen) auf den Höfen der Hoffnung und machen einen Neuanfang. Sie lernen wieder, sich in einer Familie zu integrieren und dadurch Verantwortung und Respekt zu zeigen. Aus den Männern werden neue Menschen. In den verschiedenen Bereichen Haushalt, Küche, Garten, Renovierung und Restaurierung, Gästebeherbergung, Gebäudeunterhalt und den Tieren fallen die täglichen Arbeiten an. Wir betreiben eine Pilgerherberge und sonntags ein Hofcafé mit Hofladen.

Unser Angebot ist aufgrund der vielen ehrenamtlichen und motivierten Mitarbeitern extrem günstig und familiär.

Unterstütze uns und helfe anderen durch das Teilen dieser Mitteilung, durch Kontaktaufnahme mit und Empfehlung an Abhängige, Randständige und Orientierungslose oder durch eine Spende oder Kollekte. Jeder Franken hilft und ermöglicht jemandem einen Neuanfang. Die Spenden werden selbstverständlich verdankt und können von den Steuern abgezogen werden. Bitte gebe die genaue Adresse an.

Förderverein Fazenda da Esperança CH, Klösterli, 9630 Wattwil
Konto: 90-2722-7        IBAN: CH80 8131 7000 0051 3788 2          BIC: RAIFCH22
Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg, 9630 Wattwil

(Quelle und ganzer Bericht: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/29541451 / als PDF)

3 Anlässe – viel Freude und Spannung

In der vergangenen Woche durften wir drei voneinander unabhängige Anlässe im Klösterli feiern.

Er hat sich wieder gewonnen
Am Freitag, dem 10. Juni, schloss ein Rekuperant, nach dem er ein ganzes Jahr in der Gemeinschaft gelebt hat und sich dabei ein neues Leben ohne Suchtmittel und gestützt auf das tägliche Wort angeeignet und erlernt hat. Er durfte die ihm wichtigen Personen zu einem Mittagessen einladen, bei welchem ihm sein Diplom in einem festlichen Rahmen überreicht wurde. Er wird voraussichtlich nach seinem Urlaub wieder auf die Fazenda Wattwil zurückkommen. Wir gratulieren herzlich und wünschen nur das Beste und Gottes reichen Segen. Möge der Herr die Hand über dich halten!

Mittagessen + Nachtisch, v.a. Tanz, Spiel + Palaver
Am Sonntag, dem 12. Juni, lud Karl Stürm zu einem Anlass der besonderen Art ein. Einerseits wurde an unsere Vorfahren gedacht, insbesondere hielt er und seine Familie das Gedächtnis der kürzlich verstorbenen Mutter. Andererseits machte er beste Werbung für die Lobpreisgruppen Adoray Uznach, Gossau, Luzern und Zürich, die sich jeweils am Sonntagabend zur Anbetung treffen. Nebenbei feierte er seinen 70. Geburtstag. Beim Begrüssungsapéro im Innenhof des Klosters und noch bei sonniger Witterung wurden die Gäste empfangen. Anschliessend feierte die Gesellschaft eine heilige Messe in der Klosterkirche. Musikalisch wurde der Gottesdienst von den Jugendlichen den Adorays mitgestaltet. Im Anschluss sorge der Cateringsservice von der Bäckerei Abderhalden aus Wattwil für das körperliche Wohl und Energie für den bald anstehenden Tanz. Spezialitäten und Köstlichkeiten aus der Region wurde am Buffet angeboten. Schliesslich ging es auch noch über zum Tanz. Über 100 Personen, von jung bis alt, strahlten. Danke Karl für den Anlass. Wir gratulieren dir herzlich zum Geburtstag und wünschen alles Gute.

Bach und mehr – mit Leib und Seele
Den Sonntag rundete ein Konzert der mehrfach international preisgekrönten Cellistin Chiara Enderle in der vollen Klosterkirche ab. Spannend und höchst Präzise mit einer Prise Humor präsentierte die 23-Jährige die Musik von J. S. Bach und G. Cassado. «Ich hätte mir keinen schöneren Ort vorstellen können, um Bach-Suiten zu spielen.» Mit diesem Bekenntnis eröffnete sie ihr Konzert. Mehr dazu im Artikel des Toggenburger Tagblatts vom 14. Juni 2016.

 

Programm Hoffest & FazendaPost

FazendaPost MaiLiebe Freunde der Fazenda

Mit «Es blüht…» begann einer unser wöchentlichen Newsbeiträge auf unserer Webseite. Kurz darauf deckte allerdings der Schnee für einen Moment wieder alles zu. Mit dem Frühling startete auch die Pilgersaison so richtig durch. Täglich erreichen uns mehrer Pilger. Wir freuen uns sehr auf diese Begegnungen und das entgegengebrachte Vertrauen, obwohl wir über die Auffahrt an unsere Grenzen stiessen. Mitte April entschied sich unser Freiwilliger Luciano, zu seiner schwerkranken Mutter nach Brasilien zurück zu reisen und vorerst dort zu bleiben. Wenige Tage später packte Roland seine letzten Taschen und zog in die Fazenda Boppard, wo er nach der Hochzeit mit Teresa wohnen wird. Als Nachfolger in der Hofleitung sprang Cornel Huber in die Bresche und von der deutschen Fazenda Freeren traf Hilario zur vorübergehenden Teamverstärkung bei uns ein. Fast gleichzeitig schloss ein Rekuperant sein Jahr ab und wagte seinen Weg mit neuer Motivation draussen fortzusetzen und ein Schweizer begann seine Rekuperation. An den Werktagen finden zur Zeit zwei Arbeitslose Beschäftigung und Gemeinschaft als Hilfe zur Wiedereingliederung. Ebenso berichten wir über den Besuch beim Papst sowie dessen Videobotschaft und laden Sie zur Mitgliederversammlung ein.

-> 2016.05_FazendaPost_Mai_kombiniert

Erfolgreiche Rekuperation

Erfolgreiche Rekuperation

Im April 2015 kam ich zum ersten Mal mit der Fazenda in Kontakt. Nicht ganz freiwillig – jedoch ohne Alternative – besuchte ich mit meinem Sozialarbeiter die Wohngemeinschaft. Zuerst gegen meinen Willen verfügten die Sozialen Dienste, dass ich ein Jahr in der Fazenda zu leben habe. Ich konsumierte mehrere Dutzend Jahre Heroin und Tabak. Später nahm ich am Methadon-Programm teil und konnte so auf die «sauberere» Ersatzdroge umsteigen. Jedoch gelang es mir nie ganz auszusteigen. Mit einer Dosis von bisher täglich 10 mg trat ich am 5. Mai 2015 schliesslich in die Wohngemeinschaft ein. Während den ersten zwei Wochen konnte ich aufgrund der Entzugserscheinungen nur wenige Stunden am Stück schlafen. Ich hatte keinen Hunger und fror trotz mehreren Pullovern und Jacken. In der dritten Woche bekam ich wieder Farbe im Gesicht. Stunde für Stunde erholte sich mein Körper und ich konnte langsam wieder klar denken, besser schlafen und bekam Appetit. Während dieser Zeit begleiteten mich die drei freiwilligen Mitbewohner, wovon einer selber der kalte Entzug in Brasilien durchmachte und aus Erfahrung berichten konnte, liebe- und verständnisvoll. Ich konnte immer mehr mithelfen, Sport treiben und wurde mir meines bisherigen Lebensstils bewusst. Es wurde mir klar, dass ich diese Chance nicht «vermasseln» durfte. Ungefähr alle zwei Monate hatte ich eine Krise. Ich sehnte mich nach meiner Familie, meinen Freunden und besonders nach meinen Kindern. Nach drei Monaten konnte ich meinen ersten Besuch empfangen. Meine beiden Brüder besuchten mich. Zum grösseren hatte ich immer ein gutes Verhältnis, während ich mit dem jüngeren Bruder seit ungefähr fünf Jahren kein Wort mehr sprach. Überglücklich schloss ich die beiden in die Arme. Eine schwierige Zeit war für mich während des Ramadans und zu dessen Abschluss. Ich konnte das Fest nicht mit meiner Familie verbringen oder sie anrufen. Schreiben wollte ich nicht. Verschiedene Aufgaben wie z.B. Tiere, Garten, Pilgerunterkunft strukturierten meinen Alltag. Aufgrund meines islamischen Glaubens konnte ich mit den spirituellen Momenten wenig anfangen. Ich sass der Gruppe bei und folgte teilweise den Gesprächen. Nach acht Monaten entdeckte ich meine grosse Freude am Nähen. Die alten Nähmaschinen wurden ausgepackt und ich konnte in «meinem» Nähatelier Taschen, Schürzen, etc. nähen. Leidenschaftlich verbrachte ich sogar einige Feierabende an der Maschine. Neues zu lernen weckte Freude und gab mir ein gesundes Selbstvertrauen zurück. Viel Freizeit verbrachte ich im Fitnessraum. Ich trainierte mir viel Muskelmassen während dieses Jahres an und steigerte meine Kondition von wenigen Minuten Spazieren auf viele Minuten Joggen. Nach einem Jahr konnte ich die Fazenda verlassen. Ich nahm den aufgegleisten Termin für die Abklärung meiner Fähigkeiten wahr, um den Führerausweis wieder zu erlangen. Ich bestand den ersten Test und muss nun zur praktischen Führerprüfung antreten. Ein weiterer langersehnter Wunsch geht hoffentlich bald in Erfüllung. Als ich auf den Strassen unterwegs war, traf ich den einen oder anderen Abhängigen von Früher. Ich erzählte ihnen meine Geschichte und wollte sie zum Ausstieg aus den Drogen motivieren. Leider geht es ihnen noch immer zu gut – obwohl sie eigentlich nichts haben. Ich werde aber die Fazenda weiterempfehlen und bin dankbar, habe ich dieses Jahr – trotz meines Alters – investiert und die Chance genutzt. Meine Familie war unglaublich stolz, mich so kräftig und gesund zu sehen.

* Geschichte eines 53-jährigen ehemaligen Rekuperanten

 

Unterstützen Sie die Fazenda da Esperança mit einem Dienst (Mithilfe als Freiwillige/r, Spender/in, etc.) und ermöglichen Sie weitere Rekuperationen (sich wieder gewinnen).

Förderverein Fazenda da Esperança CH, Klösterli, 9630 Wattwil
Konto: 90-2722-7        IBAN: CH80 8131 7000 0051 3788 2          BIC: RAIFCH22
Raiffeisenbank Mittleres Toggenburg, 9630 Wattwil

Fazenda da Esperança – Hof der Hoffnung

Die Fazenda da Esperança ist eine Lebensgemeinschaft für ausgeschlossene und vernachlässigte Menschen wie ehemalige Drogen- und Alkoholabhängige. In einer Gruppe von rund 15 Personen sollen sie einen Neuanfang erlernen können, um in Eigenverantwortung im Alltag wieder Fuss zu fassen. Gegründet wurde die Organisation vor 29 Jahren in Brasilien, heute gibt es weltweit über 80 Fazendas. Die Gemeinschaft im Wattwiler Kloster Maria der Engel wird die erste in der Schweiz. Verwaltet wird sie von einem Trägerverein, dessen Vorstand sich zusammensetzt aus dem Pfarrer Christian Heim aus Deutschland als Präsident sowie dem Lichtensteiger Pfarrer Cornel Huber und Jan Colruyt. Dem Trägerverein zur Seite steht ein Beirat. Zusätzlich getragen wird die Fazenda durch den Förderverein, welchem sich Einzelpersonen, Familien, Stiftungen oder andere Gönner als Mitglied anschliessen können.

OLIVIA HUG

Quelle: http://www.toggenburgertagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/toggenburg/tt-au/Fazenda-da-Esperan%25E7a-ndash-Hof-der-Hoffnung;art233,2874275